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Restaurantfachmann/-frau

Lehrzeit: 3 Jahre

Restaurantfachleute servieren in Betrieben des Gast- und Beherbergungsgewerbes (Gasthäuser, Restaurants, Kaffehäuser, Bars, Hotels usw.) Speisen und Getränke, führen die erforderlichen Vor- und Nacharbeiten durch (z.B. Decken der Tische, Abräumen des benutzten Geschirrs) und beraten/betreuen die Gäste.

Die wichtigsten Tätigkeiten und Aufgabenbereiche auf einen Blick

Die wichtigsten Tätigkeiten und Aufgabenbereiche auf einen Blick

Die Aufgaben und Tätigkeiten der Restaurantfachleute unterscheiden sich je nach Art und Größe des Betriebes (Klein-, Mittel-, Großbetrieb; Restaurant, Hotel, Bahn usw.) und nach der beruflichen Stellung (bisherige Bezeichnungen: AlleinkellnerIn, OberkellnerIn, WeinkellnerIn, BarmixerIn usw.). Den Schwerpunkt der Aufgaben der Restaurantfachleute bildet aber in jedem Fall das Servieren von Speisen und Getränken.

Im Rahmen der Vorbereitungstätigkeiten legen die Restaurantfachleute saubere Tischtücher und Servietten auf die Tische des Restaurants. Weiters stellen sie alle notwendigen Gegenstände und Materialien (z.B. Besteck, Salzstreuer) bereit und plazieren das Besteck und die Gläser nach einer festgelegten Anordnung am Tisch. Gläser werden z.B. in der Reihenfolge der aufzutragenden Getränke aufgedeckt. Auch das Polieren von Gläsern und Bestecken gehört zu den Vorbereitungsarbeiten der Restaurantfachleute.

Die Restaurantfachleute begrüßen die Gäste beim Betreten des Lokals und begleiten sie zum Tisch. Sie legen den Gästen die Speise- und Getränkekarte vor, beraten sie fachkundig bei der Auswahl von Speisen und Getränken und berücksichtigen dabei die persönlichen Wünsche, Neigungen und Bedürfnisse der Gäste. Nachdem die Gäste die Speisen und Getränke bestellt haben, tippen die Restaurantfachleute den entsprechenden Betrag an der Kassa ein (Bonieren). Anschließend leiten sie die Bestellungen an die Küche bzw. den Ausschank weiter. Die Restaurantfachleute nehmen die Speisen und Getränke vom Küchen- und Ausschankpersonal entgegen und servieren sie den Gästen.

Vor allem in der gehobenen Gastronomie führen die Restaurantfachleute auch verschiedene Arbeiten am Tisch der Gäste bzw. am Sideboard durch. Beim Filetieren/Tranchieren zerteilen sie Fleisch, Fisch oder Geflügel mit Filetier- oder Tranchierbesteck und legen die vorbereiteten Portionen auf die Teller. Beim Flambieren übergießen sie Fleisch- und Süßspeisen oder Obst mit Spirituosen und entzünden sie im Flambierwagen oder in der Flambierpfanne, um dem Gericht seinen typischen Geschmack zu verleihen.

Nach Beendigung der Speisenfolge servieren die Restaurantfachleute Teller, Besteck und Gläser ab, stellen die Rechnung aus und kassieren den Rechnungsbetrag oder rechnen Schecks/Kreditkarten ab. Dann verabschieden sie die Gäste und bereiten den Tisch für die nächsten Gäste vor.

Weitere Aufgaben der Restaurantfachleute sind die Entgegennahme von Tischreservierungen und Vorbestellungen und die Mitwirkung an der Zusammenstellung der Speise- und Getränkekarten. Weiters sind sie auch mit der Abrechnung, Kalkulation und Lagerhaltung befasst; sie führen die Kassa und rechnen die Tagesumsätze ab, führen die Umsatzstatistiken, kalkulieren die Getränkepreise, kontrollieren regelmäßig die Lagerbestände und sorgen für die Nachbestellung von Lebensmitteln und Getränken. Bei der Vorbereitung gastronomischer Sonderveranstaltungen (z.B. Festveranstaltungen wie Hochzeitstafeln, Banketts usw.) erstellen sie die Tischordnung, stellen die Speisen- und Getränkefolge zusammen und dekorieren die Tafel und das Lokal.

Unternehmen/ Institutionen

Unternehmen/ Institutionen

Restaurantfachleute arbeiten in den verschiedenen Betrieben des Hotel- und Gastgewerbes. Dazu gehören vor allem die Betriebe der gehobenen Gastronomie (Restaurant- und Hotelbetriebe), Gasthäuser, Kaffeehäuser, Bars und Diskotheken. Auch im Speisewagendienst der Österreichischen Bundesbahnen werden Restaurantfachleute beschäftigt. 

Quellen: ibw-Unterlagen und Recherchen, Unterlagen der Wirtschaftskammern, Unterlagen des AMS

Anforderungen

Anforderungen

Körperliche Anforderungen 

  • Gelenkigkeit
  • Körperliche Belastbarkeit
  • Kräftigkeit

Sachkompetenz 

  • Gutes Gedächtnis

Sozialkompetenz 

  • Kontaktfähigkeit
  • Kontaktfreudigkeit
  • Zuverlässigkeit

Selbstkompetenz 

  • Psychische Belastbarkeit

Weitere Anforderungen 

  • Gepflegtes Erscheinungsbild

Ausbildung

Ausbildung

Ausbildungsmöglichkeiten

Lehrausbildung

Um die Berufsausbildung in diesem Lehrberuf beginnen zu können, muss man die 9jährige Schulpflicht erfüllt haben und sich um eine Lehrstelle in einem Ausbildungsbetrieb bewerben. Die Duale Ausbildung erfolgt im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.

Folgende Berufsschulen sind für diesen Lehrberuf vorgesehen:

  • Berufsschule Altmünster
  • Berufsschule für Gastgewerbe
  • Berufsschule Oberwollanig
  • Landesberufsschule Aigen im Ennstal
  • Landesberufsschule Bad Gleichenberg
  • Landesberufsschule Eisenstadt
  • Landesberufsschule Geras
  • Landesberufsschule Lochau
  • Landesberufsschule Obertrum
  • Landesberufsschule Waldegg
  • Tiroler Fachberufsschule für Tourismus Absam
  • Tiroler Fachberufsschule für Tourismus Landeck

 

Berufsbildende Schulen mit ähnlicher Berufsausbildung

Folgende berufsbildende Schulen (Auswahl) bieten eine ähnliche Ausbildung wie der Lehrberuf.

  • Fachschule - Fachrichtung Landwirtschaft mit Zusatzausbildung Gastronomie und Fremdenverkehrswirtschaft
  • Fachschule für wirtschaftliche Berufe
  • Höhere Lehranstalt für Tourismus
  • Höhere Lehranstalt für Tourismus - Dritte lebende Fremdsprache
  • Höhere Lehranstalt für Tourismus - Fremdsprachen und Wirtschaft
  • Höhere Lehranstalt für Tourismus - Hotelmanagement
  • Höhere Lehranstalt für Tourismus - Hotelmanagement-Marketing
  • Höhere Lehranstalt für Tourismus - Städtetourismus und Eventmanagement
  • Höhere Lehranstalt für Tourismus - Touristisches Management
  • Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe
  • Hotelfachschule - Gastronomie
  • Hotelfachschule - Zweite lebende Fremdsprache

Der Besuch und Abschluss dieser Schulen kann auch auf die Lehrzeit von entsprechenden Lehrberufen ganz oder teilweise angerechnet werden bzw. mit einer entsprechenden Praxis für eine eventuelle Selbständigkeit herangezogen werden. Das Ausmaß der Anrechnung ist durch Verordnungen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Angelegenheiten festgelegt. Die jeweiligen Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammer Österreich nehmen diese Anrechnung auf Lehrberufe bei der Anmeldung des Lehrvertrages vor.

Es ist ratsam, sich vor der Lehrvertrags-Anmeldung in den Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern genau beraten zu lassen!

 

Informationen zum zweiten Bildungsweg

Die Erlangung des Lehrabschlusses über den zweiten Bildungsweg setzt voraus:

  • Vollendung des 20. Lebensjahres
  • Nachweis einer facheinschlägigen Praxis. (Die erforderliche Praxiszeit beträgt die Hälfte der für den Lehrberuf festgesetzten Lehrzeit. Bei einer Lehrzeit von 3 Jahren sind 1 ½ Jahre Praxiszeit nachzuweisen.)

Für die Fachtheorie empfiehlt sich der Besuch entsprechender Kurse (oder der Berufsschule).

 

Verwandte Lehrberufe

Die anrechenbare Lehrzeit auf verwandte Lehrberufe ist jeweils in Klammer angegeben. Die Anrechnung erfolgt entweder in Stufen (1., 2., 3., voll) oder wird im Verhältnis der bereits absolvierten Lehrzeit zum Anrechnungszeitraum und zu den Lehrzeiten der verwandten Lehrberufe festgelegt. Der Eintrag "1., 2., 3. voll" bedeutet, dass das erste, zweite und dritte Lehrjahr voll angerechnet wird. Der Eintrag "1 oder 2 oder 3 " bedeutet die verhältnismäßige Anrechnung [Verhältnisverwandtschaft] der absolvierten Lehrzeit.

  • Hotel- und GastgewerbeassistentIn; (1.voll )
  • Koch/Köchin; (1.voll )
  • Systemgastronomiefachmann/-frau; (1.voll, 2. 1/2 )

Berechtigung: Wurde die Lehrabschlussprüfung in einem der aufgelisteten verwandten Lehrberufe abgelegt, so kann durch eine Zusatzprüfung der Lehrabschluss erlangt werden.

 

Gleichhaltung mit österreichischen Lehrabschlussprüfungen

Österreich hat mit Deutschland, Ungarn und der autonomen Provinz Bozen (Südtirol) Abkommen über die Zusammenarbeit in der Berufsbildung abgeschlossen. Detaillierte Information zur Anerkennung von beruflichen Prüfungszeugnissen findet man auf der Homepage des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit unterLehrlingsservice.

Weiterbildung

Weiterbildung

Weiterbildung bedeutet für Restaurantfachleute, sich kontinuierlich zusätzliche Kenntnise und Fähigkeiten in den Bereichen Tourismus, Gastronomie und Hotellerie (im speziellen z.B. Menü- und Getränkekunde, Kochen, Gästebetreuung, Verkaufsföderung) anzueignen. Ein weiterer Fortbildungsaspekt sind Fremdsprachen. 

Das Berufsförderungsinstitut (bfi) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten an und führen Vorbereitungskurse für die Lehrabschlussprüfung und die Befähigungsprüfung im Gastgewerbe durch. Die Beste Österreichische Gastlichkeit (BÖG) bietet Weiterbildungsveranstaltungen für Restaurantfachleute an.

Das WIFI und das bfi führen Kurse zu betriebswirtschaftlichen Themen, z.B. Finanz- und Rechnungswesen, Marketing, Verkauf, EDV und Fremdsprachen durch, die für Restaurantfachleute interessant sind.

 

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:

Lehrgänge

  • Aufbaulehrgang für Tourismus - Gastronomiemanagement
  • Aufbaulehrgang für Tourismus - Sport
  • Aufbaulehrgang für Tourismus - Touristisches Management
  • Hotelfachlehrgang für Erwachsene*
  • Vorbereitungslehrgang für Tourismus

 

In folgenden Bereichen werden vom Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammern (WIFI) und dem Berufsförderungsinstitut (bfi) Kurse angeboten (Beispiele):

Tourismus:

  • Betriebswirtschaft im Tourismus
  • Befähigungsprüfung für das Gastgewerbe
  • Unternehmensführung
  • Marketing / Werbung
  • Hotellerie
  • Food & Baverage-Management
  • Gastro-Erfolgsmanagement
  • Powerselling
  • Veranstaltungsrecht
  • Gästetrends und Topkonzepte

Selbständigkeit

Selbständigkeit

Du willst dich nach deiner Ausbildung selbstständig machen? Informiere dich unter www.gruenderservice.at oder www.wko.at/noe über deine Möglichkeiten.